École Caminarem - DE

Maternelle - Primaire - Collège

Eine Waldorfschule vor den Toren der Cevennen

Caminarem wurde 1994 im Großraum Alès gegründet und begrüßt seitdem Kinder im Alter zwischen 2 und 15 Jahren zu einer abwechslungsreichen Schulzeit.

Der Kindergarten (Vorschule) und die ersten Klassen (Grundschule) befinden sich in dem wunderschön gelegenen Dorf Monteils in der Nähe von Alès. Die Klassen der Sekundarstufe befinden sich, ebenfalls in schöner Lage, am Stadtrand von Alès. In absehbarer Zeit sollen alle Klassen am Standort in Alès zusammengeführt und mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Schule vereint werden.

Die Natur! Das Grün, die Erde, die Felder, die Bäume und die Tiere!

Am Standort Monteils sind Wälder und Weinberge nur wenige Schritte von der Schule entfernt und werden von unseren Schülern gern und häufig besucht. Der Standort Alès grenzt an ein 5,5 Hektar großes landwirtschaftliches Gelände – Les Jardins de la Bedosse. Hier befinden sich der Schulgarten, ein Gemüseanbaugebiet, ein Gebiet mit neu gepflanzten Kulturen sowie schöne Wiesen für einige Weidetiere. Das Gelände wird von einem Fluss und dichten Auenwäldern gesäumt. Auf der anderen Seite des Flusses befinden sich weitere weitläufige Wälder, die als „Grünzone“ ausgewiesen sind.

Die Waldorfpädagogik

In der Waldorfpädagogik liegt das Augenmerk auf jedem einzelnen Kind, das auf seinem Lebensweg begleitet und in seiner Gesamtheit gefördert wird.

Pädagogischer Bauernhof

Direkt mit unserer Schule verbunden ist ein landwirtschaftlicher Betrieb mit einem Gemüse-garten für Schüler, einem Gemüseanbaugebiet und einem Bereich für Pferde.

Künstlerischer Ausdruck

An unserer Schule werden verschiedene Künste und Handarbeiten praktiziert. Hierzu gehören das Zeichnen und Malen, die Musik und der Gesang, das Theaterspiel, Strick- und Näharbei-ten, Holzarbeiten und Töpfern.

Der Kindergarten – von 3 bis 6 Jahren

Der Kindergarten ist ein Lebensort, an dem die Kinder durch aktives Handeln, durch das Spiel und durch die Teilnahme an den von den Erzieherinnen angeleiteten Aktivitäten lernen. Der Wochenrhythmus dient dabei als wertvolle Orientierung und bietet den Kindern einen vertrauten Rahmen.

Das Kind baut sein Wissen über sich und andere auf, indem es in seiner Umgebung aktiv wird. Es hat viel Raum, um seine motorischen, manuellen, sozialen, emotionalen, kognitiven, sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten zu entwickeln und einzusetzen.

Die Kinder machen echte Erfahrungen. Sie kommen mit „einfachen und wahren“ Dingen in Kontakt – Sand, Erde, Wasser, Holz. Sie bewegen sich in einer natürlichen Umgebung und können in und an ihr wachsen.

Die Grundschule – von 6 bis 11 Jahren

Im Alter von 6 bis 9 Jahren liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen der Grundlagen des Schreibens, Lesens und Rechnens sowie auf dem mündlichen Umgang mit einer oder zwei Fremdsprachen.

Ab 9 Jahren vertieft das Kind diese Grundkenntnisse und öffnet sich dank Geografie, Geschichte, aber auch Zoologie und Botanik der Welt. Diese Hauptfächer stehen in Verbindung mit Kunstunterricht, handwerklichen Tätigkeiten und sportlichen Aktivitäten.

Der gesamte Unterricht ist reich an Bilder und auf das Leben der Kinder bezogen. Es geht um konkrete und lebendige Erfahrungen!

Die Mittelstufe – von 11 bis 15 Jahren

Der Unterricht legt besonderen Wert auf die Beobachtung der Welt und die Entwicklung des logischen Denkens durch neue Fachbereiche.

Neben den allgemeinen Fächern (Französisch, Mathematik, Sprachen) wird das Fächerangebot erweitert, um vielfältige Experimentiermöglichkeiten zu bieten: Physik, Chemie, Anatomie und Ernährung, Mineralogie, Astronomie, Geschichte und Zivilisationen der Menschheit, Geografie, Literatur, Theater und Poesie, Modellieren und Holzbearbeitung. Die Kenntnisse und Erfahrungen aus der Grundschulzeit werden vertieft und wecken das individuelle Denken und die Urteilsfähigkeit der Jugendlichen.

Das Kind, das zum Jugendlichen wird und auf der Suche nach sich selbst ist, lernt die Welt kennen und seinen Weg in ihr zu finden. Jedem dieser heranwachsenden Individuen wird große Aufmerksamkeit geschenkt, um sie auf ihrem manchmal schwierigen Weg zu begleiten.

Ein gesundes Verhältnis zur Autorität des Erwachsenen und großes Vertrauen geben den Kindern und Jugendlichen die Kraft, sich in die Welt zu wagen.

Akademische und künstlerische Inhalte verbinden

Unsere Pädagogen praktizieren eine Erziehungskunst, die das Lernen lebendig gestaltet und über die Hände, die Gefühle und den Kopf erfahrbar macht. Der Umgang mit Bildern, Rhythmen, Bewegungen, Farben, Materialien und Klängen sowie die Balance zwischen gemeinschaftlicher und individueller Arbeit und zwischen Konzepten und praktischer Umsetzung, ermöglichen es, die Schüler – je nach Alter und jeden Tag neu – auf möglichst umfassende Weise zu fördern.

Denken, Fühlen und Wollen

Denken, Fühlen und Wollen – das sind die drei grundlegenden Fähigkeiten des Menschen, auf denen die Waldorf-Pädagogik basiert. Konkret zielt diese Pädagogik darauf ab, die im Kind entstehenden Fähigkeiten durch ein ausgewogenes Verhältnis von manuellen, intellektuellen und künstlerischen Aktivitäten schrittweise zu entwickeln. Berücksichtigt werden die Phasen der körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes, um ihm zu ermöglichen, nach und nach seine Individualität, seine Kreativität und sein freies Denken zu entfalten, damit es später die Welt von morgen gestalten kann

Ein Schuljahr im Rhythmus der Jahreszeiten und Feste

Große Bedeutung wird den Festen beigemessen, die den Lauf der Zeit und die Jahreszeiten mit ihrem jeweils unterschiedlichen Charakter markieren. Vom Erntefest und dem Fest des Mutes (der Erzengel Michael, der den Drachen besiegt!) im September über das Laternenfest im November bis zur Adventszeit, die sich den kürzesten Tagen des Jahres nähert, werden diese Übergänge von Kindern und Eltern in vollen Zügen gelebt.

Das Jahr beginnt mit dem Dreikönigstag, geht weiter mit dem Lichtmessfest, das die Rückkehr der Sonne am Horizont feiert, dem Karneval, der den Winter vertreibt, dem Maibaum-Fest, einem prächtigen farbenfrohen Fest zur Feier des Frühlings, bis hin zur Sommersonnenwende und ihrem längsten Tag mit dem fröhlichen Johannisfest.

Eine naturorientierte Schule

Die Schule befindet sich im Departement Gard, einer ländlichen Region am Fuß der Cevennen. Unsere Schule legt Wert auf die Verbindung mit der Natur und den Jahreszeiten: in den Klassenräumen selbst und auf den mit Bäumen bewachsenen Pausenhöfen, wo die Kinder Zugang zu Erde, Sand, Wasser und verschiedenen Naturelementen (Steine, Holz usw.) haben. Jede Woche verbringen die Kindergartenkinder einen Vormittag im Wald und auch die Grundschulkinder gehen regelmäßig dorthin.

Unsere Schüler sind nicht nur in eine natürliche Umgebung eingebettet, sondern verfolgen auch den Lauf der Jahreszeiten durch Ernten (Weinlese, Äpfel, Quitten, Oliven, Pfirsiche usw.) und Ernteverarbeitungsprozesse. Säfte, Marmeladen, Öle und Kompotte werden dabei hergestellt. Die Schüler des Kindergartens und der 1. bis 7. Klasse (14 Jahre) legen einen

Gemüsegarten an, in dem sie alle Entwicklungsstadien vom Samen bis zur Ernte entdecken können: Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflege, Ernte und Verarbeitung.

In der 9. Klasse (15 Jahre) werden die Schüler im Rahmen eines Forstpraktikums mit der Pflege eines Waldstücks betraut. Sie üben sich dabei im Holzfällen sowie im Beschneiden, Anlegen und Pflegen der Bäume. Der Waldstreifen am Rand des Ackerlandes eignet sich hervorragend für diese intensive Arbeit.

Caminarem – Wagen wir den Weg!

Der Name unserer Schule ist dem Okzitanischen entnommen. Übersetzt bedeutet Caminarem: „Wir werden den Weg gehen.“ Der Name symbolisiert die Arbeit des ständigen Hinterfragens und Forschens, die es uns ermöglicht, dynamisch zu bleiben. Inwiefern entspricht das, was wir tun, den Bedürfnissen des Kindes? Inwiefern nährt es das Kind? Unsere Praktiken sind niemals starr, sondern entwickeln sich mit den Beiträgen jedes einzelnen Pädagogen und den Bedürfnissen der Gruppen weiter. Dieser lebendige und dynamische Weg spiegelt unser Engagement wider, eine Bildung anzubieten, die die Schüler darauf vorbereitet, kreative, selbstbewusste und verantwortungsbewusste Menschen zu werden, die den Mut haben sich zu engagieren.